INNSBRUCK 2022
13 – 17 JUNE
Kletterzentrum
INNSBRUCK 2022
13 – 17 JUNE Kletterzentrum

Japanische Festspiele im Universitätsweltmeisterschafts-Lead-Finale

Das Lead-Finale der FISU World University Championship Sport Climbing im Kletterzentrum Innsbruck hatte den Hauch einer japanischen Meisterschaft. 5 der 6 möglichen Medaillen gingen an Japan.

Mit der 18-jährigen Nonoha Kume und dem 19-jährigen Hidemasa Nishida gingen nach jeweils einer bärenstarken Leistung Gold nach Asien. Lediglich die US-Amerikanerin Melina Costanza konnte ein Wörtchen um die Medaillen mitreden, musste sich jedoch knapp geschlagen geben und holte Silber. Mattea Pötzi (Universität Innsbruck) holte nach einem starken Halbfinale am Ende Platz 7.

 

Finalfeld von hinten aufgerollt

Den Sieg in einer schwierigen Lead-Finalroute bei den Frauen sicherte sich die amtierende Jugendweltmeisterin Nonoha Kume (31+) aus Japan, die als erste Athletin in die Finalroute gehen musste, und holte somit die Goldmedaille bei der FISU World University Championship Sport Climbing. Die US-Amerikanerin Melina Costanza durchbrach die japanische Phalanx und sicherte sich nach einem starken Fight Platz 2 (30). Platz 3 ging an Ryu Nakagawa (JPN), die das Halbfinale für sich entscheiden konnte und sich mit den letzten Kräften in der Runde der besten 8 Athletinnen gerade noch die Bronzemedaille sichern konnte. 

 

„Ich bin als erste Athletin in das Finale gegangen und hätte nach meiner Leistung nicht geglaubt, dass es für eine Medaille – schon gar nicht für Gold – reicht. Ich bin sehr glücklich, auch wenn ich mir in der Finalroute nicht so leichtgetan habe. Sie hatte einige Tücken und ich bin froh, dass ich so gut durchgekommen bin. Mir fehlen ehrlich gesagt ein wenig die Worte“, strahlte Kume direkt nach dem Wettkampf. Auch die zweitplatzierte Costanza zog ein äußerst positives Resümee: „Es hat unglaublichen Spaß gemacht und es war zum Schluss eine richtige Challenge. Ich bin sehr froh, dass ich bei diesem starken Teilnehmerinnenfeld die Silbermedaille holen konnte.  Es war ein großartiger Tag für mich.“

 

Aus österreichischer Sicht schaute der Finalverlauf zunächst sehr positiv aus. Mattea Pötzi (Universität Innsbruck) startete souverän in die Finalroute und arbeitete sich Griff für Griff nach oben. Diese Leichtigkeit sollte der Kärntnerin allerdings bei der ersten Schlüsselstelle, wo einige Athletinnen ausgestiegen sind, zum Verhängnis werden. „Es war richtig cool heute. Ich habe sehr viele Leute im Publikum gekannt – die Stimmung war richtig gut. Mein Ziel war es, dass ich ins Finale komme, da war die Erleichterung dann schon sehr groß. Nach der super Performance im Halbfinale war ich nach dem Finale doch enttäuscht. Vielleicht ist es für mich am Anfang zu gut gelaufen, dass ich dann doch bei dem einen Zug überrascht war, dass er schwerer war, als ich mir gedacht habe. Auf der einen Seite freue ich mich über einen starken Wettkampf, auf der anderen Seite ist es doch ärgerlich, weil etwas mehr drinnen war. Für den Weltcup nächste Woche haben diese 4 Routen auf der Wettkampfwand wichtige Erfahrungswerte gebracht“, zog Pötzi eine Bilanz.

 

Während sich Pötzi über eine Finalteilnahme und Platz 7 freuen konnte, war Julia Fiser (Universität Innsbruck) nach Platz 12 und dem verpassten Finaleinzug (26+) sichtlich enttäuscht. Die 25-Jährige verpasste aufgrund einer Ellenbogenverletzung einen Großteil der Vorbereitung sowie die ersten Saisonwettkämpfe, kämpft sich jedoch in kleinen Schritten wieder zurück zu ihrer alten Form. Das rot-weiß-rote Duo Celina Schoibl (Universität Innsbruck) und Hanna Schubert (Universität Innsbruck) beendete den Wettkampf mit den Plätzen 16 (23+) und 17 (21+).

 

Starke Leistung ohne Happy End

 

Während ein japanisches Quintett im Lead-Bewerb der Herren das Halbfinale dominierte und sich am Ende die Podestplätze untereinander ausmachte, verpasste Österreichs Vorstiegs-Hoffnung, Georg Parma (Universität Graz), mit Platz 9 im Halbfinale denkbar knapp den Sprung in das Finale der besten 8 Athleten. Teamkollege Roman Neuwirth (Technische Universität Graz) zeigte sich von seiner besten Seite, übertraf sämtliche Erwartungen und beendete den Vorstiegs-Bewerb der FISU World University Championship Sport Climbing auf dem starken 12. Rang.

 

"Ich bin schon sehr enttäuscht, dass ich nicht ins Finale gekommen bin – das war mein erklärtes Ziel. Während ich in der Qualifikation in einem guten Flow war und gut ins Fighten gekommen bin, ist mir das heute nicht so gelungen. Wir haben beim Besichtigen schon gesehen, dass die Stelle bei 27+ schwierig werden wird, aber ich war dann nicht entschlossen genug und hatte vielleicht ein bisschen zu viel Respekt. Es ist sehr schade, da ich mit Platz 9 wirklich knapp am Finale dran war. Nichtsdestotrotz war der Wettkampf für mich in Hinblick auf den bevorstehenden Weltcup sehr wichtig“, bilanzierte Parma nach dem knappen Aus im Lead-Halbfinale.

 

Während Parma mit dem verpassten Aufstieg ins Finale haderte, zeigte sich Teamkollege Roman Neuwirth mit seinem Abschneiden sehr zufrieden: „Für mich ist es super gelaufen, die Route hat mir heute richtig gut in die Karten gespielt. Es waren einige schwere Einzelzüge dabei und die Route war nicht wirklich homogen. Leider bin ich dann, wie viele andere Athleten, bei einer Stelle im oberen Bereich ausgestiegen. Man ist von der Physis her schon ein wenig angezählt, dann ist der kräftige Zug gekommen, man musste viel investieren und die Leiste richtig treffen – das war die Herausforderung. Ich bin seit einem Jahr nicht mehr so im Wettkampfgeschehen drinnen, sondern habe den Fokus auf die Uni gelegt. Ich habe die eigenen Erwartungen übertroffen und ich bin sehr zufrieden“, bilanzierte Neuwirth, der den Mittwochnachmittag zur Regeneration genutzt hat, um am Donnerstag für die Boulder-Qualifikation wieder fit zu sein.

 

Der Sieg ging an Hidemasa Nishida (43+), der sich vor seinem Landsmann Taisei Homma (41) durchsetzen konnte. Sohta Amagasa (36+) komplettierte als Dritter das Siegerpodest. „Wir haben uns als Team heute gepusht und eine richtig gute Leistung gezeigt. Ich habe gewusst, dass ich gut in Form bin, aber dass es für den Sieg reicht, hätte ich mir nicht erträumt. Ich bin einfach unglaublich happy. Ein Sieg, der mir sehr viel Selbstvertrauen gibt“, zeigte sich der Goldmedaillengewinner der FISU World University Championship Sport Climbing nicht nur zufrieden, sondern auch sehr stolz.

OFFICIAL TRAILER

Innsbruck 2022 World University Championship Sport Climbing
Organizer
FISU
Ministerium
Universitäts Sport Institut
UNI Sport Austria